KODEX [origin]

Kodex-origin_edit_sig-sm(A5, pencil and a little PS, ~20min)

Risen from NOUS, it all started with just a simple sketch, a few minutes, to find the origin of something new, something significant. 

“KODEX” (german for codex) – a way of living.

Actually it was planned as a series, similar to NOUS, but this time beginning with the “large end-work”. But it turned out that the “large end-work” already contains the series. (you’ll see that on my next post with the finished large work)
The main-idea was easily found and quickly sketched a month ago. Due to exam time at university I had to delay further work for my own projects and focus on learning for the exams. But last week I finally found the time to look at the main-sketch again and work on the concept for the large work – around that time I realised that the large work will contain the sketch series.

Kodex-Mainsketch_sig-sm(A4, Kodex-Mainsketch)

It was soon clear to me that the sketch series will have nine parts, one for each KODEX-Paragraph. As I love latin, they all received a latin title, that symbolizes the meaning of each paragraph for me.
While the Mainsketch can be seen in a more “universal” way, the sketch-series is focused on me and my reality. And I’m not going to explain the paragraphs, because they are my personal KODEX – but feel free to interpret them, if you want.

Kodex-Paragraphs_sig-sm(A4, Paragraph-Sketches)

7 thoughts on “KODEX [origin]

    • haha, ja, stimmt. Mensch, das waren noch Zeiten, damals!
      Wobei die Bedeutung von “Morio” hier wohl eine andere ist:
      Angelehnt ist die Morio-Idee hier an herkömmliche Tarotdecks, bei denen die erste Karte meist “der Narr” ist, was aber keineswegs abwertend gemeint ist. Denn der Narr ist aufgrund seiner Unwissenheit (im positiven Idealfall, haha) offen für neues, ist neugierig, etc, blablabla.

      • Seit ich mal die Bedeutung des “Narrs” in Arbeiten Tübkes verstanden habe, sehe ich ihn auch nicht mehr in abwertender Form. Er ist eigentlich ein ziemlich starkes Symbol. Hat auch etwas unschuldiges. Tübke hatte ein riesen Panoramabild über die Bauernschlacht 1525 bei Bad Frankenhausen gemalt, wo du über Meter hinweg nur sich abschlachtende Menschen hast. Aber in dem gesamten Werk gibt es nur einen einzigen Tropfen Blut. Ein Narr steht mitten zwischen den Kämpfenden und hält seinen Finger, mit einem Tropfen Blut. Ziemlich starkes Bild.

        • Mhm, gerade da “Narr” ein gängiges Schimpfwort ist, hab ich ihn anfangs auch negativ gesehen. Aber jede Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten.
          Ui, das Bild werd’ ich mir mal ansehen!

  1. Das stimmt. Wenn man das berücksichtigt, erscheint die Welt wesentlich schöner und vielfältiger. Und man kommt besser klar.

    Am besten im Original. Es haut einen um. 12 Jahre Schaffenszeit und der Verlust der Gesundheit. Das nenne ich mal einen Tribut. Es lohnt sich auch, mehrere Führungen mitzumachen, da Tübke keinerlei Erläuterungen zurückgelassen hat und jedes der vielen Details, auch von jedem Führer, unterschiedlich gedeutet wird. Sehr inspirierend gerade für einen Symbolisten ;)

      • Bezüglich des Narren habe ich noch einige Deutungen und Gedanken zur mittelalterlichen Symbolik gefunden, die unsere Interpretation zum einen einschließt und erweitern.
        Dabei fiel mir auch ein, weshalb ich den Narren eher als “mächtige” denn “unterbelichtete” Figur gesehen habe: durch ihre Funktion als Joker im Kartenspiel. Es gibt keine Karte, die mehr Freiheit und Macht hat, nicht einmal der König.
        “Der Narr verkörpert das Schicksal, den Zufall, das Ende von allem, den erwarteten oder unerwarteten Ausgang. Im Mittelalter waren die Narren Privilegierte. Sie durften Dinge tun, die anderen verboten waren, und hatten den Auftrag, die Herrschenden an ihre Sterblichkeit zu erinnern, daran, daß ihr Ende so unausweichlich war wie das der anderen Menschen…” Ich persönlich bin ja der Meinung, dass Possenspiele nicht diesen Sinn hatten und einzig und allein die Erniedrigung des Narren und die Erheiterung der gehobene Gesellschaft zum Sinn hatte. Um den Herrschenden ihr Weltbild von besseren (gottgesandten) und niederen Menschen zu bestätigen.
        Die Verkörperung des Schicksals wird hier mit Freiheit gleichgesetzt/erklärt: “das Schicksal ist für jeden anders. […] Wer rebelliert, wer seine Freiheit wahrnimmt und bereit ist, ein Risiko einzugehen, der kann sich ein anderes Schicksal verdienen. […] und so läßt sich auch der Narr erklären, das Paradigma der Freiheit. Er ist der einzige, wirklich freie Mensch und zugleich der weiseste. In der okkulten Philosophie wird der Narr mit dem Quecksilber der Alchimisten gleichgesetzt. Er ist der Götterbote, der die Seelen durch das Reich der Schatten geleitet….” (Was als Labyrinth dargestellt wird.) Wenn man sich vorstellt, dass es in der damaligen Gesellschaft kein entkommen aus der eigenen Situation, des eigenen Standes gab, man an religiöses und standesgemäßes Verhalten gebunden war, musste der Narr, der sich als Frau verkleiden konnte, vulgär, impertinent und Anstandsregeln ignorieren und gleichzeitig in der Gunst der Obrigkeit und von ihrem Wohlwollen profitieren konnte, ein beneidenswertes Leben führen. Aber mächtig und weise? Letzten Endes war seine Freiheit von dem Gemüt des Herrschers abhängig, welches er aber zu beeinflussen wissen kann.

        Die zitierten Stellen sind aus “Der Club Dumas” von Arturo Perez-Reverte.

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